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Staubsaugerhunde

Die Szene kennen wohl viele Hundehalter: Man dreht sich nur einmal kurz weg und schon hängt der liebe Vierbeiner mit der Nase in einem Gebüsch und vertilgt genüßlich irgendetwas Undefinierbares. Läuft man dann auch noch hin, wild schreiend, gestikulierend, wird das Etwas aus dem Gebüsch noch schneller hinuntergewürgt oder gleich weiter weg entführt. Leider hört man immer wieder von Hundehassern, die Giftköder o.Ä. auslegen, somit steigt natürlich die Sorge um den eigenen Liebling gerade in solchen Situationen ins Unermessliche.

Doch warum tun Hunde so etwas? Ganz einfach: um zu überleben. Klingt jetzt etwas irrational, da ja unsere Haushunde jeden Tag die besten Leckereien vorgesetzt bekommen und sicher niemand Hunger leiden muss. Allerdings ist die Nahrungssuche ein natürliches Verhalten, das genetisch tief verankert ist, bei den einen mehr, bei den anderen weniger… Hunde denken nicht daran, dass sie zwei Stunden später sowieso wieder eine volle Schüssel zuhause erwartet. Sie leben im Hier und Jetzt. Und wenn etwas Leckeres ihren Weg kreuzt, dann wird die Chance genützt.

Die Trainingsmethoden sind in diesem Bereich sehr vielfältig. Häufig wird leider auch mit Strafe gearbeitet, so dass der Hund lernt gefundenes Futter zu meiden. Allerdings muss zum einen das Timing perfekt passen (nicht so einfach) und zum anderen muss die Strafe so hart ausfallen, dass die Angst vor dieser Strafe größer ist, als das Bedürfnis das Gefundene zu fressen. Allein das ist bereits sehr bedenklich, abgesehen von etlichen möglichen Negativfolgen.

Man kann Hunden durchaus sanft und mit Spaß beibringen, dass es sich für sie auszahlt Futter auch mal liegen zu lassen. Die Möglichkeiten sind hier vielfältiger, als es den Anschein hat und richten sich natürlich auch nach der Zeit, die der Hundehalter ins Training investieren möchte, gepaart mit ein wenig Management. Konsequenz ist natürlich auch hier wieder wichtig (von nix kommt nix), aber die gemeinsame Arbeit und die ersten Erfolge sprechen für sich. Ein vernünftiges Training stärkt die Mensch-Hund-Bindung, das gegenseitige Vertrauen.

Am 28. Mai leite ich in der Hundeschule Simmering zu dem Thema einen Workshop, gepaart mit ein wenig Theorie. Hier bekommt jeder Teilnehmer einen Überblick über das Training, erste Übungen werden erarbeitet und weitere Ziele besprochen, so dass jeder auch danach die Möglichkeit hat, selbständig daran zu arbeiten.

  • Grundlagen
  • Etablieren eines Markersignals
  • Sicherer Rückruf
  • Futter anzeigen, statt fressen
  • Stoppsignal

Weitere Infos zu dem Workshop findet ihr in der Rubrik Termine. Vielleicht bis bald 😉

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Frohe Weihnachten 2016

Jetzt geht’s in den Endspurt … noch schnell die letzten Geschenke einkaufen, den weihnachtlichen Menüplan erstellen, einen Baum organisieren, den Schmuck dafür aus dem Keller holen oder vielleicht neuen kaufen, Packerl verschicken und und und … bei dem Wort „besinnlich“ müssen die meisten Menschen heutzutage eher schmunzeln. Es scheint, dass so manches Leben davon abhängt, ob der heilige Abend perfekt wird, jeder das passende Geschenk bekommt. Achja, und Weihnachtsfeier darf natürlich auch keine verpasst werden und schnell noch auf einen Punsch mit Freunden, denn die Märkte sperren ja auch schon diese Woche…

Dewey und ich halten uns mal lieber raus aus dem ganzen Trubel. Wir machen es uns abends lieber auf der Couch gemütlich, mit einem duftenden Tee und selbst gebratenen Maroni (die natürlich gerecht geteilt werden). Lasst euch nicht vom Stress vereinnahmen und nehmt euch ruhig mal Zeit für diejenigen, die euch lieb sind und vor allem für euch selber. Was soll schon passieren? 😉

In diesem Sinne – Noch eine besinnliche restliche Adventzeit und Frohe Weihnachten!

grusskarte

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Workshop mit Elisabeth Beck 2017

Ich freue mich, Elisabeth Beck nächstes Jahr im Juni mit ihrem Tricktrainingworkshop bei uns begrüßen zu dürfen. Tricktraining ist auch für mich ein wichtiger Bestandteil geworden, da es nicht nur einfach Spaß macht, sondern auch viele Vorteile im Alltag mit sich bringt.

Elisabelisabeth_becketh Beck studierte Pädagogik, Psychologie und Musik und schloss später noch ein Studium der Tierpsychologie an. Als Human- und Tierpsychologin ist sie ganz besonders an den vielen Fähigkeiten von Menschen und Tieren interessiert und an der Art, wie sie miteinander kommunizieren und einander bereichern können. In ihren Seminaren steht daher weniger der Hund mit seinem Verhalten im Vordergrund, sondern vielmehr die Beziehung zum Hund als wichtigste Grundlage des Trainings. Ihre Begeisterung gehört dem Tricktraining, das auch eine Rolle in der tierpsychologischen Beratung spielt — in Form einer unterstützenden, hocheffektiven Maßnahme. Zusammen mit ihrem Mann Albrecht und vielen Tieren lebt die Österreicherin heute auf einem alten Bauernhof in Brandenburg, der sich allmählich in einen richtig kleinen “Beschäftigungszoo” verwandelt.

www.clevere-vierbeiner.de

Circusworkshop – Beschreibung:
Viele Hunde beherrschen Tricks. Aber wusstest du schon, dass dein Hund zaubern kann? Würdest du erwarten, dass ein kleiner Hund durch eine normale, handelsübliche Postkarte springen kann? Bringst du gerne Leute zum Lachen und meinst, dass weder dein clowneskes Talent berdsc07136eits ganz ausgereizt ist noch das deines Hundes?
Arbeitest du mit Kindern – und Hunden?
Bist du in der tiergestützten Arbeit tätig?
In unserem Circusworkshop können nicht nur die Vierbeiner ihre künstlerischen Fähigkeiten an circensischen Requisiten erproben, sondern auch die Menschen.
Im Wechsel stehen Zwei- und Vierbeiner im Rampenlicht: Neben der Arbeit an Showtricks für Hunde gibt es eine Einführung in die Kunst des Jonglierens und andere Geschicklichkeitskünste, Clownerie und mehr. Wir werden erste Ideen für kleine Shownummern entwickeln und uns mit der Präsentation und Choreographie circensischer Darbietungen befassen.

gute-gruende-fuer-tricktraining

Wann? 10. und 11.6.2017
Wo? Hundesportzentrum Dog-Motion in Königstetten, www.dog-motion.at
Näheres folgt in Kürze auf dieser website! Bei Interesse könnt ihr mir auch gerne jederzeit eine e-mail schicken und euch vormerken lassen. Die Plätze sind nämlich rar!

Ich freue mich jetzt schon auf ein lustiges, kurzweiliges Wochenende 🙂

 

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Der Mythos vom sturen Hund

Ganz häufig bekomme ich zu hören, dass der Hund ganz genau weiß, was er machen soll, aber einfach nur stur ist und nicht mitmachen will. In den allermeisten Fällen, also sicherlich bei 98% der Hunde, ist jedoch nicht Sturheit die Ursache für fehlende Kooperation. Oft fehlt es einfach an Motivation, anders gesagt – die voraussichtliche Belohnung ist es für den Hund einfach nicht wert den Aufwand auf sich zu nehmen, noch dazu wenn die Umgebung viel spannender ist, als vielleicht ein trockener Kecks, den man sowieso ständig bekommt. Aber genausooft werden die Umgebungsbedingungen nicht mit berücksichtigt. Möchte ich einem Hund ein neues Verhalten beibringen, sollte ich sichergehen, dass er sich so wohl wie möglich fühlt und er das Verhalten auch ohne Vorbehalt zeigen kann.

Die Beschaffenheit des Bodens spielt bei Hunden oft eine große Rolle. Es gibt zahlreiche Hunde, die keine nasse, oder stachelige Wiese mögen und deshalb schnell die Mitarbeit verweigern. Sensible Hunde lassen sich dann schon mal schnell durch eine Distel im Gras irritieren, auf die sie versehentlich getreten sind. Auch glatte, rutschige Böden können Hunde verunsichern, wie uns das junge Chihuahua-Mädchen auf dem folgenden Video zeigt. Das Signalwort „Sitz“ hat sie bereits verstanden, jedoch noch nie auf solch einem Boden ausführen müssen. Die Hundehalter haben die Übung immer nur auf weichem Untergrund trainiert. Den Unterschied merkt man schell, wenn man die Bodenbeschaffenheit verändert: Auf ihrer Decke macht sie wunderbar mit.

Ellie hat mittlerweile gelernt auch auf glattem Boden zu sitzen. Trotzdem gilt es, immer auf den Wohlfühlfaktor des Hundes zu achten.  Ein gutes Beispiel ist mein eigener kleiner Racker: Sich in eine nasse Wiese zu setzen ist für ihn ein absolutes „Verbrechen“. Er versucht mir gerecht zu werden, kann sich jedoch nicht überwinden seinen Popo nass zu machen 🙂 Somit verlange ich es auch nicht von ihm. Und ich kann ihn verstehen – ich möchte mich auch nicht nass machen …

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Hundetraining ohne Hunde

Damit ein Hund Neues lernen kann bzw. verstehen kann was wir von ihm möchten, muss unser Timing stimmen. Das heißt wir müssen erkennen, wann genau eine Belohnung angebracht ist und dementsprechend schnell reagieren. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Das Gleiche gilt übrigens auch für Strafe. Für viele Hundehalter erscheint es manchmal einfacher ihren Hund zu korrigieren, allerdings ergibt sich hier dasselbe Problem: Er wird nur das unerwünschte Verhalten mit der Korrektur verknüpfen wenn das Timing der Strafe stimmt. Das ist also auch keine effektive Lösung (abgesehen davon, dass Strafe jeglicher aktuellen, modernen wissenschaftlichen Logik entbehrt) also lassen wir das mal beiseite.

Es gibt sogenannte NaturIMG_2754talente, die von haus aus gut beobachten und auch schnell reagieren können. Die meisten von uns müssen das allerdings üben. Hier gilt dasselbe Prinzip wie beim Autofahren: Wenn man einmal weiß wo sich welches Pedal befindet und wie man schalten muss läuft irgendwann alles automatisch ab. Man denkt nicht mehr darüber nach. Genauso automatisieren kann ich meine Belohnungsstrategien. Das lernt man natürlich zum Teil in der direkten Arbeit mit dem Hund, es gibt jedoch auch viele Spiele ohne Hund, bei denen man seine Fertigkeiten verbessern kann. Und dabei sind Fehler natürlich auch weniger schlimm, denn sie dienen einfach dem Lernen und zum Erfahrungen sammeln.

Beispiel Solo:
Rüste dich mit einer Leckerlitasche aus, die natürlich mit Leckerlis gefüllt ist. Stelle einen Becher oder eine Schüssel auf einen Tisch vor dir. Dann stelle deinen Timer auf 30 Sekunden. Wieviele Leckerlis bringst du in dieser Zeit von der Tasche in die Schüssel? Nach mehreren Wiederholungen wirst du feststellen, dass die Anzahl steigt.

Beispiel Team:IMG_2767
Bitte eine Freundin mitzumachen. Suche dir etwas aus, das du bei ihr verstärken möchtest, zB nach links sehen, einen Arm nach vorne ausstrecken, rückwärts gehen etc. (ohne ihr das zu sagen). Es wird anfangs leichter sein, wenn du ihr sagst, auf welches Körperteil sie sich konzentrieren soll, dann soll sie dir damit einfach etwas anbieten. Sie wird mit dem Arm zum Beispiel zur Seite zeigen, winken o.Ä. Du jedoch „belohnst“ nur das nach vorne Strecken des Armes, indem du z.B. einfach „ja“ sagst im richtigen Moment. Hat sie verstanden wofür sie bestätigt wurde? Dann war dein Timing gut.

Übungen in der Form gibt es sehr viele, von sehr einfach bis sehr komplex. Sie machen Spaß und man lernt noch was dabei 🙂 Darum: Nicht wundern, wenn bei einem meiner Termine mal steht „Teilnahme ohne Hund“. Denn jeder Hund ist nur so gut wie der Mensch an seiner Seite.

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Schwimmweste für Hunde?

Bei den momentanen Temperaturen ist es mir wichtig, dass Dewey sich zumindest einmal am Tag irgendwo abkühlen kann. Also heißt es für uns täglich: Ab ins Auto und ans Wasser. In Wien und Umgebung gibt es ja dafür zum Glück jede Menge Möglichkeiten. In der Regel ziehen wir dann schnell neugierige Blicke auf uns und nicht selten kommen Leute zu uns rüber und fragen: „Ist das wirklich eine Schwimmweste da an Ihrem Hund?“ oder „Ist das wirklich notwendig? Hunde können doch eh schwimmen!“ Die Reaktionen reichen oft von erstaunt über belustigt bis hin zu verurteilend.

Wie jeder JunghundIMG_2594 war Dewey während seines ersten Sommers naturgemäß skeptisch gegenüber Wasser, fand jedoch bald heraus, dass man darin wunderbar planschen kann. Ich als erklärte Wasserratte wäre natürlich gerne mit meinem Hund auch schwimmen gegangen, also habe ich begonnen ihm Wasser wirklich gut zu verkaufen. Es kamen zum Einsatz seine Lieblings-Spielsachen, besonders gute Leckerlis, soziale Unterstützung bis hin zu gemeinsamen kleinen Schwimmrunden. Und er war wirklich motiviert und bemüht, allerdings wurde mir schnell klar, dass er Vieles einfach nur mir zuliebe mitmachte. Wasser war und ist einfach nicht sein Element und er ist einfach nicht der begabteste Schwimmer. Punkt.

Wir haben oft eine gewisse Vorstellung im Kopf wie unser perfekter Hund sein sollte, wie er sich verhalten soll, welche Vorlieben er haben soll usw. Den perfekten Hund in diesem Sinne gibt es aber nicht, genauso wie es keinen perfekten Menschen gibt. Auch Hunde haben ihren ganz individuellen Charakter, individuelle Talente, bei Manchen ist auch physiologisch Vieles einfach nicht Möglich. Ich habe zum Beispiel Höhenangst. Wenn mich eine (wirklich gute!) Freundin bitten würde sie zum Klettern zu begleiten, würde ich das wahrscheinlich tun, trotzdem werde ich nicht zum Kletter-Fan werden. Genauso verhält es sich häufig bei unseren Hunden. Wenn wir eine gute Bindung zu ihnen aufgebaut haben nehmen sie Vieles, was wir von ihnen erwarten, in Kauf, weil sie uns gefallen möchten. Stresssignale werden dann häufig übersehen oder hingenommen.

Soweit wollte ich es nicht kommen lassen, daher habe ich vor ein paar Jahren die Trainings-Bremse gezogen und überlegt wie ich Dewey sonst noch unterstützen könnte, damit er sich entspannt (!) im kühlen Nass erfrischen kann. Also musste mal eine Schwimmweste her und sie war jeden Cent wert. Nach dem ersten vorsichtigen Schwimmversuch merkte ich eine deutliche Veränderung in seinem Verhalten. Er wurde um einiges selbsbstbewusster beim Hineingehen, hatte Spaß beim Apportieren seiner Spielsachen. Der Auftrieb der Schwimmhilfe gab ihm die Sicherheit, die er brauchte. Und das ist bis heute so. Wieso sollte ich ihm das verwehren, nur weil es vielleicht „merkwürdig aussieht“?

Also antworte ich auf verwunderte Fragen ganz überzeugt: „Ja, mein Hund trägt eine Schwimmweste.“ Manchmal muss man einfach über den Dingen stehen und die Kritik anderer ausblenden. Ich weiß, was für meinen Hund das Beste ist und nur das zählt. Also Leute, lasst euch nicht verunsichern von der Meinung anderer (auch wenn sie noch so gut gemeint ist) – ihr kennt euren besten Freund am besten und wisst, was ihm gut tut 😉 Und im Übrigen ist Dewey für mich dennoch perfekt. Dann gehe ich eben alleine schwimmen. Ich glaube, es gibt Schlimmeres …

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Urlaub 2016

Liebe Leute und HuGatos2ndefreunde!

Ich bin vom 22.6.2016 bis 6.7.2016 in meinem wohlverdienten Urlaub und darf meiner zweiten Leidenschaft, dem Tauchen, nachgehen. 😀

Da ich im Ausland unterwegs bin, bin ich in dieser Zeit telefonisch nur eingeschränkt erreichbar (Achtung: Roaming-Gebühren!). E-Mails kann ich jedoch regelmäßig abrufen. Wer also Fragen / Anliegen an mich hat in diesen 2 Wochen, ist herzlich eingeladen mir eine e-mail zu schicken. Ich antworte dann sobald es mir möglich ist.

Termine bis zum 21.6.2016 sind nur noch begrenzt möglich, da ich schon ziemlich ausgebucht bin. Wer daher noch vor meinem Urlaub Hilfe benötigt, sollte sich schnell melden. Wenn es sich terminlich nicht mehr ausgehen sollte, empfehle ich gerne an kompetente KollegInnen weiter. Also einfach nachfragen …

Bis dahin: Gut Luft 😉

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Schlaf & Beschäftigung – ein gesundes Mittelmaß

Im Zuge meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass viele Hundehalter verunsichert sind, was die tägliche Auslastung ihres Hundes betrifft. Liegt ein Hund faul herum wird ihm schnell unterstellt, dass ihm langweilig ist. Ein sehr aktiver Hund wird häufig als „unkaputtbar“ dargestellt. „Egal wie lange ich mit ihm unterwegs bin – er wird einfach nicht müde“, ist nur eine von vielen Aussagen, die mir fast täglich unterkommen, wenn es um die Beschäftigung unserer Vierbeiner geht. Von täglichen 30 Minuten Ausgang bis hin zu 6 Stunden war schon alles dabei.

Schlaf, Schlaf und nochmals Schlaf
Gleich einmal vorweg: Hunde sind Katzen gar nicht unähnlich, was ihr Schlafbedürfnis betrifft. 17-20 Stunden Schlaf brauchen sie durchschnittlich täglich (24 Stunden), um sich wohl zu fühlen. Es gibt natürlich individuelle Unterschiede, aktivere und passivere Hunde, wenn ein Hund unter Tags jedoch nicht zur Ruhe kommt, bei jedem Geräusch, jeder Bewegung aufspringt, ständig um Aufmerksamkeit bettelt etc., kurz gesagt, das Schlafpensum unter 16 Stunden liegt, läuten bei mir schnell die Alarmglocken. Dass es einem Hund schwer fällt sich zu entspannen, kann unterschiedliche Gründe haben, zB:

  • hormonelles Ungleichgewicht, physische Probleme (tierärztlicher Check!)
  • Überforderung / Unterforderung (zu viel / zu wenig Beschäftigung)
  • erlerntes Verhalten (hat zB zu viel Aufmerksamkeit erhalten für unruhiges Verhalten)
  • keine Rückzugsmöglichkeiten (eigener Platz, Box, eine ruhige Ecke …)
  • sehr turbulenter Haushalt (zB viel lautes Kindergeschrei, viel Besuch, hektischer Tagesablauf, andere Haustiere …)
  • die falsche Beschäftigung (viele Wuspiele, Zerrspiele …)

Anstatt einen gestressten, unruhi1398610_10201524491247007_1725733020_ogen Hund „auspowern“ zu wollen, sollte man ihm stattdessen beibringen sich zu entspannen, damit er in ausreichend Ruhephasen seine Batterien wieder aufladen kann (Voraussetzung dafür ist natürlich, dass er bereits ausreichend Beschäftigung erhält). Schlafmangel führt nämlich häufig zu unangemessenem Verhalten (bei Hund und Mensch). Man ist leichter reizbar, emotionaler, nervöser, kann sich nicht gut konzentrieren. Darum ist es bereits im Welpenalter wichtig gezielt Ruhephasen einzubauen, damit der Hund schon früh lernt, dass die Welt nicht nur aus Action besteht.

Beschäftigung – ja, klar – aber bitte richtig
Die Beschäftigungsmöglichkeiten sind äußerst vielfältig und erkläre ich gerne in einem anderen Beitrag. Bleiben wir hier erstmal bei der täglichen Zeitinvestition: 2-3 Stunden am Tag ist hierbei die goldene Regel, auch natürlich wieder mit individuellen Unterschieden. Ebenso wie Schlafmangel kann auch Langeweile zu unerwünschtem Verhalten führen. Ein Hund, der in der Früh für 20 Minuten nach draußen kommt, dann 10 Stunden alleine zuhause ist, weil seine Menschen Vollzeit berufstätig sind und diese am Abend auch mal gerade die Kraft aufbringen 20 Minuten, vielleicht sogar eine halbe Stunde spazieren zu gehen, wird nicht sehr glücklich und ausgeglichen sein. Und nein, ein Garten ist kein Ersatz für tägliche Spaziergänge und gemeinsame Erkundungstouren. Ja, was ihr Schlafbedürfnis betrifft, sind Hunde wie Katzen, aber ansonsten sind sie eben Hunde (!), das heißt sie sind sehr sozial, lieben gemeinsame Unternehmungen mit ihrer Familie, wollen gefördert und gefordert werden (körperlich und mental). Übringens mögen es auch Katzen, wenn man sich ein wenig mit ihnen beschäftigt – nur mal so am Rande 😉

Zusammenfassend kann man also allgemein sagen, dass Hunde mindestens 16 Stunden pro Tag schlafen, 2-3 Stunden beschäftigt werden möchten. Und was machen sie den Rest des Tages? Nun, die restliche Zeit verbringen sie mit Fressen, Körperpflege, Kuscheln, Beobachten (Hunde sind perfekte Beobachter und Imitatoren!) und einfach nur dabei sein. Was ich jedem Hundehalter nur empfehlen kann: Beobachtet euren Hund einmal eine Woche ganz genau und führt dabei Tagebuch. Wieviel schläft er/sie tatsächlich (nicht nur herumliegen, sondern wirklich schlafen)? Wieviel und wie wird er/sie täglich beschäftigt? Wie verbringt der Hund den Rest des Tages? Vieles entgeht uns einfach im Alltag und kommt erst bei genauerer Betrachtung ans Tageslicht. Sich bewusst mit dem Alltag seines Hundes zu beschäftigen hat schon so manches AHA-Erlebnis ausgelöst 🙂

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Bauchgefühl – manchmal hilft es, darauf zu hören

Mein Hundebub Dewey ist jetzt 7 Jahre alt (wie doch die Zeit verfliegt :-)). Statt mich nur auf Unterordnung und Gehorsam zu konzentrieren war mein Fokus in seiner Erziehung immer, seine Kreativität und sein Selbstbewusstsein zu stärken. Ich wollte nie einen Roboter-Hund, sondern einen fröhlichen und aufgeschlossenen Freund an meiner Seite und das ist mir auch ganz gut gelungen. Dewey verDSC09360hält sich vielleicht nicht immer so, wie man es von einem „Trainer-Hund“ erwarten würde, aber er bringt mich immer zum Lachen und weiß auch immer, wann mir etwas wirklich wichtig ist.

Nun hat er sich in letzter Zeit ein wenig anders verhalten. Er war etwas lustloser, schneller müde und irgendwie „braver“. Nun ist es natürlich sehr schnell sehr warm geworden, was viele Hunde belastet. Der Körper braucht immerhin seine Zeit, um sich an die neuen Temperaturen zu gewöhnen. Außerdem wird Dewey auch älter und somit sicherlich auch etwas ruhiger. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt. Ich hätte das Ganze jetzt mit den Argumenten Hitze und Alter abtun können, aber das war mir nicht genug. Mein Bauchgefühl hat mir gesagt, dass das nicht Alles ist.

Also ging es ab zum Tierarzt für einen Gesundheitscheck (Blutbild inkl. Schilddrüse und Cardio). Und siehe da: seine Nierenwerte passen nicht. Zum Glück besteht noch kein Grund zur Sorge, mit der richtigen Ernährung lässt sich die Sache wieder in Ordnung bringen, aber sein Körper braucht momentan viel Energie für die Entgiftung, was seine schnelle Müdigkeit gut erklärt.

Das Beispiel hat mir wieder mal bestätigt, wie wichtig regelmäßige tierärztliche Checks sind. Physische Beschwerden sind nicht immer äußerlich sichtbar, beeinflussen aber immer das Verhalten. Darum ist es wichtig seinen Hund genau zu beobachten, ihn richtig kennen zu lernen, hin und wieder Geld in den Tierarzt zu investieren. Statt sich nur damit auseinander zu setzen, wie man seinem Hund Sitz, Platz, Fuß bzw. richtiges Benehmen beibringt, sollte man sich auch gut mit seiner Gesundheit befassen, denn sie ist eine wichtige Grundlage.

Aus diesem Grund habe ich gemeinsam mit der Hundeschule Mannsberger einen Gesundheitsworkshop organisiert, der Hundemenschen helfen soll, rechtzeitig Beschwerden beim Hund erkennen zu können (4. & 5.6.16, Infos in der Rubrik Termine). Ansonsten gilt: Hört auch einmal auf euer Bauchgefühl. Mich hat es noch nie im Stich gelassen.

 

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